Mit der richtigen Steuerklasse monatlich mehr netto!

Ehegatten und Lebenspartner:

Mit der richtigen Steuerklasse monatlich mehr netto!

Ehegatten und Lebenspartner:
Mit der richtigen Steuerklasse monatlich mehr netto!

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können mit der Wahl der Steuerklasse
selbst beeinflussen, wie viel Lohnsteuer sie monatlich zahlen. Seit Beginn des Jahres
2018 werden alle frisch Vermählten zunächst automatisch in die Steuerklassen IV/IV
eingestuft und zwar unabhängig davon, ob beide berufstätig sind. Damit ändert sich die
Lohnsteuerbelastung in der Regel nicht, weil die Steuerklasse IV im Wesentlichen der
Steuerklasse I für Alleinstehende entspricht. Die beim Lohnsteuerabzug zu berücksich-
tigenden Pauschalen und Freibeträge sind auf beide Partner gleichmäßig verteilt.

Ist nur einer berufstätig oder das Einkommen der Partner sehr unterschiedlich, ist diese
Kombination ungünstig und der Lohnsteuerabzug zu hoch. Alternativen sind die
Steuerklassen III/V oder IV-Faktor/IV-Faktor.

Erzielt einer der Partner mehr als ca. 60% des gemeinsamen Arbeitslohns, wird mit der
Steuerklassenkombination III für den höher verdienenden Partner und V für seinen
Partner insgesamt der geringste Lohnsteuerabzug erreicht. Allerdings müssen die
Ehegatten oder Lebenspartner sehr häufig nach Erhalt des Steuerbescheids mit oft
erheblichen Steuernachzahlungen rechnen.

Eine Alternative bietet das sogenannte Faktorverfahren. Mit Wahl der Steuerklassen IV
mit Faktor wird bereits beim Lohnsteuerabzug sehr genau die tatsächliche gemeinsa-
me Steuerbelastung zu Grunde gelegt. Hierbei können auch weitere steuermindernde
Abzugsbeträge beim Faktor berücksichtigt werden. Bei anderen Steuerklassen müssen
in diesen Fällen gesonderte Freibeträge beantragt werden.

Im Ergebnis treten weder eine hohe Nachzahlung noch eine hohe Erstattung auf. Den-
noch besteht ebenso wie bei der Steuerklassenkombination III/V oder eingetragenen
Freibeträgen nach Ablauf des Jahres die Verpflichtung, eine Einkommensteuererklä-
rung abzugeben.

Zur Wahl des Faktorverfahrens ist ein hierfür vorgesehener Vordruck „Antrag auf Steu-
erklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ mit den individuellen Angaben beim
Finanzamt einzureichen. Der Antrag ist für das laufende Jahr noch bis Ende November
möglich. Zukünftig, spätestens ab 2019, kann der Faktor für zwei Jahre festgelegt
werden.

Erich Nöll, Geschäftsführer des BVL: „Ehepaare oder Lebenspartner, die über einen
Wechsel der Steuerklassen-Kombination nachdenken, sollten auch beachten, dass die
Steuerklasse große Auswirkungen auf die Höhe bestimmter Lohnersatzleistungen wie
Arbeitslosengeld, Unterhalt, Krankengeld oder Elterngeld hat. Arbeitnehmer mit Steu-
erklasse V erhalten bei gleichem Bruttolohn geringere Leistungen gegenüber Arbeit-
nehmern in den Steuerklassen III, IV und IV mit Faktor. Mit Wahl einer günstigen
Steuerklasse lässt sich eine höhere Lohnersatzleistung erreichen.

Allerdings muss der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse je nach Lohnersatz-
leistung bereits zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt sein. So wird beispielsweise
beim Arbeitslosengeld I grundsätzlich die Steuerklasse zu Grunde gelegt, die am Jah-
resbeginn des Leistungsbezugs eingetragen war. Beim Elterngeld wird ein Wechsel in
der Regel nur anerkannt, wenn er mindestens sieben Monate vor dem Bezug des Mut-
terschaftsgeldes erfolgte.

Beratungen und Hilfe bei der Antragstellung bieten beispielsweise Lohnsteuerhilfe-
vereine für ihre Mitglieder. Beratungsstellen der Lohnsteuervereine können unter
Eingabe des Wohnortes oder der Postleitzahl gesucht werden.


(Quelle: BVL Pressemeldung 08/2018)