Einkommensteuer-Vorauszahlungen: Steuerhinterziehung bei falschen Angaben

Steuerbürger, bei denen die Einkommensteuer nicht bereits durch die Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer abgegolten ist, müssen vierteljährliche Vorauszahlungen auf die voraussichtliche Steuerschuld entrichten. Das Finanzamt greift bei der Festsetzung der Vorauszahlungen entweder auf die bekannten Werte des Vorjahres zurück oder hält sich an die Angaben der Steuerpflichtigen, wenn diese Mitteilungen zu ihrem voraussichtlichen Einkommen machen.

Doch die Festsetzung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen wird von den Steuerbürgern ganz unterschiedlich beurteilt: Die einen sind froh, wenn die Vorauszahlungen vielleicht etwas höher festgesetzt werden, damit sie später nicht nachzahlen müssen. Die anderen haben überhaupt kein Interesse daran, dem Fiskus - aus ihrer Sicht - ein Darlehen zu gewähren. Und wieder andere verfügen eventuell gerade nicht über die Liquidität, um die Vorauszahlungen zu leisten. Wer jedoch glaubt, die Höhe der Vorauszahlungen durch falsche Angaben verringern zu können, sei gewarnt: Hat ein Steuerpflichtiger einen Antrag auf Festsetzung oder Herabsetzung der Vorauszahlungen vorsätzlich mit unrichtigen oder unvollständigen Angaben gestellt und kommt es hierdurch zu einer zu niedrigen Festsetzung von Vorauszahlungen, liegt eine Steuerhinterziehung vor.

AKTUELL hat das Bundesfinanzministerium seinen Anwendungserlass zur Abgabenordnung umfassend überarbeitet und deutlich auf die möglichen Arten der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Steuervorauszahlungen hingewiesen. Und vor allem: Die verkürzten Steuervorauszahlungen werden mit 0,5 Prozent pro Monat recht happig verzinst. Der Zinslauf endet erst mit der Begleichung der Abschlusszahlung (AEAO zu § 235 u. § 238 AO vom 31.1.2019).

HINWEIS: Nach Informationen des Steuerrat24 werden die Finanzbeamten von ihren vorgesetzten Dienstbehörden nun zunehmend angehalten, die Fälle mit zu niedrig festgesetzten Vorauszahlungen näher unter die Lupe zu nehmen. Daher ist damit zu rechnen, dass es häufiger als früher zur Festsetzung von Bußgeldern und von Hinterziehungszinsen kommen wird. Da wird das "nicht gewährte Darlehen" plötzlich recht teuer. ABER: Natürlich soll dies diejenigen, die tatsächlich mit einem niedrigeren Einkommen als im Vorjahr rechnen, nicht davon abhalten, berechtigte Anträge auf Herabsetzung ihrer Vorauszahlungen zu stellen.

Quelle: Steuerrat24